Kalachakra im Buddhismus

Wie bereits im Rahmen des einleitenden Beitrages ausführlich erwähnt wurde, handelt es sich bei Kalachakra um ein Ritual des tibetischen Buddhismus. Genau genommen geht es dabei primär um den allgemeinen Aspekt der Zeit. Demnach fokussiert Kalachakra neben der Zeit der äußeren Welt auch die innere Zeit von Körper, Geist und Seele sowie die sogenannte alternative Zeit, welche sich vielmehr als Beziehung der beiden ersten Zeitformen versteht.

Tatsache ist, dass die Religion des Hinduismus die Zeit als wahre Gottheit betrachtet. Gemäß den Vorstellungen der Hindus handelt es sich bei dieser Gottheit, die auf den Grundsätzen der „Zeit“ basiert, um die Ursache sowie den allgemeinen Beherrscher aller Dinge auf Erden. Betrachtet man den Aspekt der Zeit im Hinblick auf die Religion des Buddhismus, so wird deutlich, dass diese die allgemeinen Vorstellungen und Assoziationen, die genau genommen die Zeit als Gottheit sehen und sie demzufolge auch als solche wahrnehmen, aus dem Hinduismus einfach übernommen hat. Auch wenn es so ist, dass im Buddhismus eigentlich keinerlei Gottheiten existieren, so entspricht es der Tatsache, dass derartige Idealvorstellungen, wie es mit der Zeit als Gottheit der Fall ist, immense Wirkungen auf das allgemeine menschliche Dasein und Selbstverständnis haben können.

Bei Kalachakra handelt es sich genau genommen um eine tantrische Gottheit, die mit drei Hälsen, vier Gesichtern, zwölf Augen, 24 Armen sowie zwei Beinen dargestellt und veranschaulicht wird. Dieses spezielle Bild von Kalachakra besitzt symbolischen Charakter, was infolgedessen bedeutet, dass die vier Gesichter beispielsweise menschliche Befindlichkeiten ausdrücken. Demnach steht jedes Gesicht für ein jeweils anderes Gefühl – in diesem Fall also für Wut, Begierde, Friedfertigkeit sowie meditative Versenkung. Auch das Farbschema bzw. die allgemeine Farbsymbolik, die sich in gewissen Aspekten als äußerst komplex erweisen kann, spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige und bedeutende Rolle. So stehen die Farben rot, schwarz, grün, gelb, weiß und blau für u.a. Himmelsrichtungen, menschliches Können sowie menschliches Potenzial, allgemeine Elemente unterschiedlichen Charakters sowie sogenannte Meditations-Buddhas.

Derartige Meditationsübungen gelten als besonders dienlich und äußerst nützlich – speziell dann, wenn eine Verbindung zur Gottheit selbst, nämlich Kalachakra, aufgebaut werden möchte. Genau genommen sollen Meditationsübungen des Kalachakra dabei helfen, dass der Übende bzw. Meditierende die tantrische Gottheit Kalachakra verkörpern und die Zeit überwinden kann. Dadurch soll es möglich sein, einem befreienden und ganzheitlich vollkommenen Erwachen zu begegnen.

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